Time waits for no one…
05. Juni 2010Was würdet ihr tun, wenn ihr durch die Zeit springen könntet? Einfach so. Würdet ihr nur zum Tag zurück springen an dem es Gehalt gibt? Immerhin hättet ihr dann immer Geld! Vielleicht springt ihr ja auch zu den Abend zurück, an dem es euer Lieblingsessen gibt. Was würdet ihr tun, wenn euch jemand seine Gefühle offenbart? Zurückspringen und hoffen, dass er es nicht noch einmal tut?
Der Film “Das Mädchen das durch die Zeit sprang” beschäftigt sich mit genau dem Thema. Als Verfilmung des Romans “Toki wo Kakeru Shoujo” von Yasutaka Tsutsui ist er 2006 ein voller Erfolg, ist es doch die erste Animationsverfilmung, der quasi die Erfahrungen der 2. Generation von Zeitreisenden miterleben lässt.
Unsere Heldin Makoto Konno ist 17 Jahre alt und verschläft wie immer. Und dabei ist doch heute der “Nice Day” in Japan. Makoto ist eine junge Gymnasiastin wie jede andere, wenn man von ihrem “jungenhaften” Benehmen und ihren Interessen absieht. Sie interessiert sich nicht allzu sehr für die Schule und die Zeit, die vergeht, interessiert sie überhaupt nicht! Bis zu jenem Tag, an dem sie eine besondere Gabe erhält: die Gabe, durch die Zeit zu reisen. Ihre Noten verbessern, aufkeimender Liebe zwischen Klassenkameraden unter die Arme greifen, immer wieder ihre Lieblingsgerichte essen – all das wird für Makoto möglich. Doch die Gabe, den Lauf der Zeit ändern zu können, ist sehr gefährlich, vor allem, wenn man lernen muss, wieder ohne sie zu leben!
“Toki wo Kakeru Shoujo” (kurz: Tokikake) ist vom Jugendroman bis hin zu japanischen Kino- und Fernsehadaptionen von einer Zeit in die andere gereist. 1965 erscheint “Tokikake”, ein neuer Roman des Schriftstellers Yasutaka Tsutsui, das das Herz der Mädchen und Jungen sofort erobert und bald DER Roman der japanischen Jugend wird. Die Heldin unseres Filmes ist Makoto Konno, eine Gymnasiatin in Tokio im Jahr 2006 – eine Heldin, die in der Vorlage nicht erscheint. Kazuko Yoshiyama, die Heldin, des Originals, taucht als Makoto Konnos Tante wieder auf. Sie wird als ein etwas geheimnisvoller Single in den Dreißigern dargestellt. Für japanische Zuschauer und Kenner der Romanvorlage hat der Film eine zusätzliche Spannung: Wie ging Kazuko Yoshiyamas Leben nach der Trennung von ihrer ersten großen Liebe weiter? Welchen Rat gibt sie der neuen Heldin Makoto Konno?
Eigentlich handelt der Film von ungenutzen Chancen, davon was alles passieren kann. Denn der Film zeigt eines ganz deutlich:
Wie sagt Kazuko Yoshiyama zu ihrer Nichte Makoto: “Wenn jemand zu spät zu einem Treffen erscheint, dann reagierst du und rennst ihm einfach entgegen!”
Ungenutze Möglichkeiten kommen nicht zurück, sie lassen sich nicht irgendwann nachholen. Die Zeit ist eben nicht umkehrbar! Mit dem was man gesagt, getan oder auch gedacht hat muss man leben, ein Leben lang. Leider kann man nicht wie im Film einfach zurückspringen und seine Chance erneut nutzen. Doch sieht man auch das Makoto sich immer wieder neuen Schlamassel erspringt.
Wie wäre es zum Beispiel wenn man seine Zukunft schon kennen würde? Würde man sich da nicht manchmal doch den ein oder anderen Fehler entgehen lassen, den man eigentlich getan hätte? Wird man dadurch ein anderer? Ändert man dadurch nicht doch seine “sichere” Zukunft?
Zusammenfassend lässt sich eigentlich nur eines sagen: Lebt euer Leben und seid froh wenn ihr Fehler macht! Denn dadurch lernt ihr neue Dinge und entwickelt euch weiter. Steht zu dem was ihr tut und fühlt und traut euch auch es auszusprechen, es zu aktzeptieren. Denn wenn ihr zu lange auf den richtigen Moment wartet, ist er vorbei ohne das ihr ihn bemerkt habt!
Time waits for no one!